Samstag, 8. März 2008

Zuviel der Philosophie

Für die Katze gab es in dem Augenblick, als sie sprungbereit vor dem Mauseloch verharrte, nichts anderes zu tun als eben sprungbereit zu sein - und so gesehen alle Zeit der Welt für sich zu haben. Zeit, um die Gedanken schweifen zu lassen ...zum Beispiel über den Sinn des Lebens. Bei einer Katze war das natürlich schnell geklärt: Schlafen, Fressen, Putzen, Streunern, Jagen und...nun ja, gewisse Geschäfte erledigen. Bevor sie jedoch tiefer in die Betrachtung der Relativitätstheorie übergehen konnte, rührte sich etwas im Mauseloch - und sie sprang.
Doch das Umschalten des Katzenhirns von Theorie auf Praxis brachte notgedrungen eine gewisse Verzögerung mit sich, sodaß sie - einmal relativ gesehen - zwar am richtigen Ort, jedoch nicht mehr zur richtigen Zeit ankam. Der Maus wiederum genügte diese relativ kurze Zeitspanne, um sich wieder in den sicheren Bau zu verkrümeln.
Da schüttelte die Katze ärgerlich den Kopf: Wäre das nächste Mal wohl besser, zur Ablenkung vielleicht über leichtere Themen wie Malerei oder Architektur nachzudenken...

Samstag, 23. Februar 2008

Besinnliches aus dem Reich der Mitte

Ha Tchi Ming (frei übersetzt: "Der, der aus dem Porzellanladen flog weil er in der Nähe einer wertvollen Ming-Vase nieste") traf einst auf den unvergleichlichen Zen-Meister Chao Tse (Er hatte zum Beispiel den erstaunlichen Satz geprägt: Ist es der Mühe wert, überhaupt über das Chaos nachzudenken?). Nachdem man eine Weile schweigend miteinander gewandert war, kam man an einen stillen See, der gleichermaßen zum Verweilen, als auch zum Kühlen der qualmenden Füße einludt.
So saß man eine weitere Weile schweigend nebeneinander, bis Ha Tchi Ming schließlich den Meister ansprach.
"Meister, glaubt Ihr, das ich jemals in einer Geschichte erwähnt werden werde?"
Der Meister bemerkte darüber einen Vogel, der tief über das Wasser des stillen Sees dahinflog, und dabei etwas Kot verlor. Da nickte er, lächelte und antwortete: "Ich denke ja...obwohl es wahrscheinlich nichts Großartiges sein wird."
Doch damit war Ha Tchi Ming auch zufrieden, man erhob sich, verbeugte sich höflich zum Abschied und ging jeder seines Weges.

Sonntag, 3. Februar 2008

Aus der Welt der wahren Weltmeister

John Poops gilt als verschroben, doch er behauptet selbstsicher: Erst wenn Du Dir das zehnte Mal auf den Daumen gehauen hast, beginnt ein ganzer Kerl aus Dir zu werden!
Poops weiß zweifellos, wovon er spricht: Sowohl langjähriger Präsident der "World-Thumbs-Up-Assoziation", als auch unangefochtener Meister bei den (prallel zu den Paralympics, die wiederum parallel zu den Olympischen Spielen stattfindenden) Thumbsclubbing-Weltmeisterschaften.
"Viele kommen zu uns, hauen sich einmal auf den Daumen und glauben, das wär`s schon.Beim zweiten Mal liegt die Hemmschwelle aber dann schon so hoch, das fast alle weiche Knie kriegen, aufgeben, und lieber zum Golfspielen wechseln."
Nach den Voraussetzungen befragt, gibt er an: "Klar, am besten, wenn Du zwei Hände hast, eine zum Hammer halten, die andere zum Draufhauen."
Hier zeigt er seine Ausrüstung: Ein mattglänzender Fünfpfünder-Fäustel, der Daumen seiner linken Hand ist so platt, das man ihn wohl zu Hause am besten zum Pfannkuchenumdrehen verwendet. Und dann geht es ans Eingemachte, denn er führt uns sein Kunsttück vor - allerdings wird uns dabei schwarz vor Augen...

Sonntag, 20. Januar 2008

Einladung zum Essen

Und plötzlich war die Gelegenheit da: das Fenster stand offen!
Die Stubenfliege, bisher nichts anderes gewöhnt als die viereckige, warme Stube, zögerte denn auch erst - doch dann entschloß sie sich, das Abenteuer zu wagen und schlüpfte hinaus. Dort draußen war aber alles so ganz anders, nirgendwo gab es Ecken oder wenigstens die Nähe einer kuschlig warme Lampe zum Rumhängen. Deshalb wäre sie gern auch schurstraks zurückgekehrt, wenn nicht inzwischen jemand das Fenster geschloßen hätte. Blöd...und dann kam sie auch noch diesem schrägen Vogel in die Quere, der sie zum Essen einludt.
"Ich weiß nicht so recht...", meinte die Stubenfliege, "...da habe ich jetzt nicht so die Erfahrung..."
"Ach, das macht doch nichts...", antwortete der Vogel und setzte ein Unschuldsgesicht auf. "Du setzt Dich jetzt erst mal in meinen Schnabel, dann suchen wir uns ein gemütliches Lokal, der Rest ergibt sich dann ja praktisch von selbst."
Was sogar stimmte - zumindest insofern, als das es mit der Speisekarte keine Probleme geben würde.

Samstag, 5. Januar 2008

Piratenprobleme

Der ansonsten auf allen Meeren gefürchtete Piratenkapitän knirschte mit den Zähnen und fügte, als er den nächsten Befehl gab, gleich hinzu: "...und den ersten, die wieder dämlich grinst, den nagle ich mit den Ohren an den Mast!"
Der Hinweis schien durchaus berechtigt, denn die Mannschaft zeigte in letzter Zeit einen gewissen Hang zum Lächerlichen...schön, auf der Faschingsparty neulich hatte er sich eine Seidenstrumpfhose angezogen, zwei Kissen unter das Wams gestopft, eine Langhaarperücke aufgesetzt und sich mit "Hallo Süße!" anreden lassen. Nun war aber Schluß mit Fasching, aber diese Hornochsen wollten partout nicht begreifen, das der Ernst des Alltags wieder eingekehrt war!
Andererseits bedurfte die Angelegenheit auch wieder gewissen Fingerspitzengefühls, denn alle gleichzeitig konnte er nicht an den Mast nageln, wer machte dann währenddessen die Arbeit?

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Weihnacht im Bau

Das fleißige und zielgerichtete Streben der Ameisen nach der Weltherrschaft erfuhr an diesem Weihnachtsabend leider eine Unterbrechung: Ein Trupp Arbeiter hatte unweit des Ameisenhügels eine offene, noch fast halb volle Dose Bier gefunden und sie, dem natürlichen Instinkt des Jägers folgend - nämlich alles Brauchbare in Reichweite zu sammeln - zum Bau geschleppt. Da die Dose sich allerdings für den Querschnitt der Ameisengänge als zu groß erwies, beschloß man nach kurzer Beratung, die Beute zu portionieren. So nahm jeder Arbeiter einen Schluck ...und schon war die Party in vollem Gange, alles andere erst einmal vergessen.

Sonntag, 16. Dezember 2007

nachgedacht...

Der Glaube versetzt Berge - Schön, aber hat sich je ein Prophet jemals darüber Gedanken gemacht, welche gravierenden Folgen das möglicherweise nach sich zieht? Das Ökologische Gleichgewicht wird möglicherweise empfindlich gestört (man denke nur an Kleinstlebewesen wie z.B. Rucksacktouristen)...der Berg landet unerwartet genau auf dem Abflugfeld eines stark frequentierten Flughafens (...eben startet der erste, funkelnagelneue A 380, an Bord weitere potentielle Interessenten...) ...Kartographen raufen sich die Haare, weil die gerade eben fertiggestellte Landkarte schon wieder nicht stimmt...oder jemand hat seinen Fuß unglücklicherweise an der Stelle, an der genau in diesem Augenblick auch der versetzte Berg erscheint (ganz zu schweigen von der Vorstellung, das dort möglicher- weise auch eine gut besuchte Pommes-Bude, oder sogar ein lustiger Musikanten-Stadel steht!)...Fazit: Und ist ein Berg erst mal versetzt...