Zufällig im Vorbeigehen im Vorstandsbüro eines Stromkonzerns gesehen. Ein frommer Spruch aus der
Elektrischen Bibel, der da lautet: Wer Strom säht, wird Profit ernten!
Sonntag, 18. November 2007
Sonntag, 11. November 2007
Blind Date
Nachdem Männlein und Weiblein anscheinend kaum noch auf herkömmliche Weise zueinander finden, schießen nunmehr Partnervermittlungen wie Pilze aus dem Boden. Darunter leider auch Institute, die mehr den schnellen Gewinn im Auge haben, als den Dienst an der Menschheit. Entsprechend unproffessionell gestaltet sich - wie in diesem Fall - auch die Vorgehensweise.
Als Grundlage diente das sog. "Blind Date" - ob aus Ermangelung der Kenntnis der Englishen Sprache, oder blinder Profitgier - allerdings im ursprünglichen Sinn. So bekam jeder der heutigen Teilnehmer nämlich eine Augenbinde verpaßt und wurde vom Moderator zu fünfminütigem, zwanglosen Gespräch aufgefordert. Alles ein wenig ungewöhnlich, doch dann begann der erste von sich zu erzählen, schließlich riß es auch den Schüchternsten mit. Verständlicherweise wurde dabei hier und dort vor den Damen etwas dicker aufgetragen, oder an anderer Stelle etwas kleingeredet - was aber nicht weiter auffiel, da ja alles wirr durcheinander redete.
Als die fünf Minuten um waren, durften die Binden abgenommen werden...und die Augen wurden groß: Wie man jetzt feststellten mußte, war doch tatsächlich keine einzige Frau unter den Anwesenden!
Trotzdem der Kurs eigentlich recht günstig zu Buche schlug und in einem verräuchertem Landgasthofhinterzimmer stattfand, geriet der Moderator nun in erhebliche Erklärungsnot.
Als Grundlage diente das sog. "Blind Date" - ob aus Ermangelung der Kenntnis der Englishen Sprache, oder blinder Profitgier - allerdings im ursprünglichen Sinn. So bekam jeder der heutigen Teilnehmer nämlich eine Augenbinde verpaßt und wurde vom Moderator zu fünfminütigem, zwanglosen Gespräch aufgefordert. Alles ein wenig ungewöhnlich, doch dann begann der erste von sich zu erzählen, schließlich riß es auch den Schüchternsten mit. Verständlicherweise wurde dabei hier und dort vor den Damen etwas dicker aufgetragen, oder an anderer Stelle etwas kleingeredet - was aber nicht weiter auffiel, da ja alles wirr durcheinander redete.
Als die fünf Minuten um waren, durften die Binden abgenommen werden...und die Augen wurden groß: Wie man jetzt feststellten mußte, war doch tatsächlich keine einzige Frau unter den Anwesenden!
Trotzdem der Kurs eigentlich recht günstig zu Buche schlug und in einem verräuchertem Landgasthofhinterzimmer stattfand, geriet der Moderator nun in erhebliche Erklärungsnot.
Sonntag, 4. November 2007
Noch nicht auf neuestem Stand
Der Polizeibeamte notierte den Hergang des Überfalls auf den Copyshop wie folgt:
"Der letzte Kunde war gerade zur Tür raus, da stürmte der Maskierte rein, bedrohte mich mit einer Pistole, schickte mich in die Ecke und machte sich dann an dem Farbkopierer da zu schaffen."
"Konnten Sie sehen, was der Mann da machte?"
"Soweit ich sehen konnte, hat er ein paar CD`s oder DVD`s kopiert."
"Hat er sonst noch was mitgenommen?"
"Die Kasse...und die Kopien natürlich."
Der Polizeibeamte pfiff leise durch die Zähne.
"Sieh an ein Raubkopierer...naja, was die Technik betrifft, stellen sich die Burschen zwar manchmal noch ziemlich doof an...trotzdem ist es beängstigend, das die jetzt schon hier in der Provinz auftauchen...nun, können Sie den Mann näher beschreiben?"
"Ja, schwarze Motorradsturmhaube, schwarze Jacke, ausgewaschene Jeans..."
"Der letzte Kunde war gerade zur Tür raus, da stürmte der Maskierte rein, bedrohte mich mit einer Pistole, schickte mich in die Ecke und machte sich dann an dem Farbkopierer da zu schaffen."
"Konnten Sie sehen, was der Mann da machte?"
"Soweit ich sehen konnte, hat er ein paar CD`s oder DVD`s kopiert."
"Hat er sonst noch was mitgenommen?"
"Die Kasse...und die Kopien natürlich."
Der Polizeibeamte pfiff leise durch die Zähne.
"Sieh an ein Raubkopierer...naja, was die Technik betrifft, stellen sich die Burschen zwar manchmal noch ziemlich doof an...trotzdem ist es beängstigend, das die jetzt schon hier in der Provinz auftauchen...nun, können Sie den Mann näher beschreiben?"
"Ja, schwarze Motorradsturmhaube, schwarze Jacke, ausgewaschene Jeans..."
Sonntag, 21. Oktober 2007
Neues vom Baron von M. (1)
Den Lügenbaron hatte es wieder mal fast mittellos in eine Dorfschenke verschlagen. Nun ging auch der letzte Krug Bier, ohne Aussicht auf Nachschub, unliebsam zur Neige. Doch derartige Trübsal währte beim Baron natürlich nicht lange, wozu galt er weit und breit als der Erzähler der besten Lügengeschichten?
Bald schon saßen die dummen Bauernlümmel um ihn herum, und er begann (inspiriert durch eine Kutsche, die eben am Wirtshausfenster vorbeigefahren war) von einem Land zu erzählen, das er angeblich vor Jahren besucht hatte. Und dort gab es Erstaunliches: Unter anderem einen Drachen aus Eisen, den man erst gezähmt, dann vor einen langen Wurm aus lauter Eisenwägen gespannt hatte. Natürlich war der Drache manches Mal ganz schön wild, spuckte Dampfwolken aus Ohren und Nase, und Feuer aus dem Maul. Im großen und ganzen ging`s ihm jedoch nicht schlecht, er bekam zu Fressen und zu Saufen, wenn er hungrig oder durstig war, und nachtsüber ließ man ihn in Ruhe. Aber das Seltsamste: Der Drache war zwar so schnell unterwegs, das man meinte, Höhren und Sehen verginge einem - und dennoch flog einem das Hirn nicht aus dem Schädel!
Allerdings, wer damit reisen wollte, der müßte dafür in die Tasche greiffen...was ihn, den Baron, gerade daran erinnere, das sein Krug leer wäre, wenn man verstünde, was er damit meine...?
Schön, selbstverständlich bekam er daraufhin sein frisches Bier - allerdings ohne zu ahnen, das seine Lügengeschichte gar nicht so weit aus der Zukunft hergeholt war.
Bald schon saßen die dummen Bauernlümmel um ihn herum, und er begann (inspiriert durch eine Kutsche, die eben am Wirtshausfenster vorbeigefahren war) von einem Land zu erzählen, das er angeblich vor Jahren besucht hatte. Und dort gab es Erstaunliches: Unter anderem einen Drachen aus Eisen, den man erst gezähmt, dann vor einen langen Wurm aus lauter Eisenwägen gespannt hatte. Natürlich war der Drache manches Mal ganz schön wild, spuckte Dampfwolken aus Ohren und Nase, und Feuer aus dem Maul. Im großen und ganzen ging`s ihm jedoch nicht schlecht, er bekam zu Fressen und zu Saufen, wenn er hungrig oder durstig war, und nachtsüber ließ man ihn in Ruhe. Aber das Seltsamste: Der Drache war zwar so schnell unterwegs, das man meinte, Höhren und Sehen verginge einem - und dennoch flog einem das Hirn nicht aus dem Schädel!
Allerdings, wer damit reisen wollte, der müßte dafür in die Tasche greiffen...was ihn, den Baron, gerade daran erinnere, das sein Krug leer wäre, wenn man verstünde, was er damit meine...?
Schön, selbstverständlich bekam er daraufhin sein frisches Bier - allerdings ohne zu ahnen, das seine Lügengeschichte gar nicht so weit aus der Zukunft hergeholt war.
Sonntag, 14. Oktober 2007
Jugend fragt
Irgendwann hatte es der Maulwurfsjunge satt!
"Warum kriechen wir eigentlich die ganze Zeit in der feuchten Erde herum, wenn es doch oben viel heller und wärmer ist?"
Der Alte unterbrach seine Arbeit, wußte aber darauf im ersten Moment keine rechte Antwort. "Na jaa...wegen...
wegen...äh...". Naja, vielleicht kein Wunder, denn er hatte sein bisheriges Leben praktisch unterhalb der Grasnabe verbracht.
Dem Jungen war das natürlich zu wenig an Erklärung weshalb er lieber zur Tat schritt. Er warf die Schaufel in die Ecke und stieg die Leiter hinauf ins Freie. Leider flog gerade in diesem kritischen Augenblick ein Falke über den Maulwurfshügel dahin. Der ließ sich die leckere Mahlzeit natürlich nicht entgehen, krallte sich den jugendlichen Entdecker und flog mit ihm davon.
Da tauchte der Kopf des Alten im Loch auf. "Zum Beispiel darum eben!", rief er dem Sohn zwar noch hinterher, doch die etwas späte Warnung erreichte diesen nicht mehr.
"Warum kriechen wir eigentlich die ganze Zeit in der feuchten Erde herum, wenn es doch oben viel heller und wärmer ist?"
Der Alte unterbrach seine Arbeit, wußte aber darauf im ersten Moment keine rechte Antwort. "Na jaa...wegen...
wegen...äh...". Naja, vielleicht kein Wunder, denn er hatte sein bisheriges Leben praktisch unterhalb der Grasnabe verbracht.
Dem Jungen war das natürlich zu wenig an Erklärung weshalb er lieber zur Tat schritt. Er warf die Schaufel in die Ecke und stieg die Leiter hinauf ins Freie. Leider flog gerade in diesem kritischen Augenblick ein Falke über den Maulwurfshügel dahin. Der ließ sich die leckere Mahlzeit natürlich nicht entgehen, krallte sich den jugendlichen Entdecker und flog mit ihm davon.
Da tauchte der Kopf des Alten im Loch auf. "Zum Beispiel darum eben!", rief er dem Sohn zwar noch hinterher, doch die etwas späte Warnung erreichte diesen nicht mehr.
Sonntag, 7. Oktober 2007
Reifeprüfung
Der Guru aus dem fernen Indien erklärte es den Managern aus dem Westen noch einmal: "Äußerste Konzentration und nicht vom Weg abbringen lassen!"
Damit deutete er auf die wohl schwerste Prüfung, die den Kursteilnehmern heute bevorstand: Ein Becken, randvoll bis obenhin mit Kohle! Die Manager gingen im Geiste nochmals all das durch, was ihnen bis jetzt vermittelt worden war und insgeheim wartete natürlich jeder darauf, das sich irgend jemand anderes vorwagte. Denn bei dieser "Banker-Prüfung" ging es nicht etwa darum, barfuß über glühende Kohlen, sondern vielmehr über - so grob geschätzt rund 1 Million echter Euros - zu gehen, ohne dabei der Versuchung zu erliegen, sich schnell etwas von der verführerischen Kohle in die eigene Tasche zu stopfen.
"Sie da...mit der grünen Krawatte...", wies der Guru schließlich auf den betreffenden, nachdem sich immer noch keiner rührte, "...wenn Sie dann bitte beginnen würden?!"
Der Mann zuckte sichtlich zusammen, während seine Kollegen dagegen sichtlich aufatmeten.
Damit deutete er auf die wohl schwerste Prüfung, die den Kursteilnehmern heute bevorstand: Ein Becken, randvoll bis obenhin mit Kohle! Die Manager gingen im Geiste nochmals all das durch, was ihnen bis jetzt vermittelt worden war und insgeheim wartete natürlich jeder darauf, das sich irgend jemand anderes vorwagte. Denn bei dieser "Banker-Prüfung" ging es nicht etwa darum, barfuß über glühende Kohlen, sondern vielmehr über - so grob geschätzt rund 1 Million echter Euros - zu gehen, ohne dabei der Versuchung zu erliegen, sich schnell etwas von der verführerischen Kohle in die eigene Tasche zu stopfen.
"Sie da...mit der grünen Krawatte...", wies der Guru schließlich auf den betreffenden, nachdem sich immer noch keiner rührte, "...wenn Sie dann bitte beginnen würden?!"
Der Mann zuckte sichtlich zusammen, während seine Kollegen dagegen sichtlich aufatmeten.
Sonntag, 30. September 2007
Der Bücherwurm
Kommissar Smalletters vom Bookland Yard nahm das Opfer zur Hand und betrachtete es eingehend von allen Seiten - schnell war die Sachlage klar: Jemand hatte sich buchstäblich durch das dicke Buch gefressen!
Smalletters betrachtete der Reihe nach die Gesichter der anwesenden Verdächtigen. Einige taten wie üblich erschrocken, einige schienen überrascht...und nur ein einziger unter ihnen...nun, bei diesem Anblick war der Fall für Smalletters praktisch gelöst.
"Sie da...", er deutete mit der Leselupe auf denjenigen, der so betont unbelesen tat, "...ich verhafte Sie wegen beschädigendem Bücherlesens!"
Der Angesprochene wurde zunächst weiß wie ein unbeschriebenes Blatt Papier, dann wurde ihm wohl klar, das Leugenen nicht helfen würde. Er setzte seine Lesebrille ab und verlangte er nur noch zu wissen: "Wie...?"
Smalletters setzte ein wissendes Lächeln auf. "Ihnen klebt noch ein Buchstabe im Augenwinkel, das war nicht zu übersehen."
Die Schultern des überführten Täters sackten herab und er schluchzte: "Ich weiß nicht, was über mich gekommen ist...es war plötzlich so spannend...konnte mich einfach nicht mehr bremsen..."
Smalletters betrachtete der Reihe nach die Gesichter der anwesenden Verdächtigen. Einige taten wie üblich erschrocken, einige schienen überrascht...und nur ein einziger unter ihnen...nun, bei diesem Anblick war der Fall für Smalletters praktisch gelöst.
"Sie da...", er deutete mit der Leselupe auf denjenigen, der so betont unbelesen tat, "...ich verhafte Sie wegen beschädigendem Bücherlesens!"
Der Angesprochene wurde zunächst weiß wie ein unbeschriebenes Blatt Papier, dann wurde ihm wohl klar, das Leugenen nicht helfen würde. Er setzte seine Lesebrille ab und verlangte er nur noch zu wissen: "Wie...?"
Smalletters setzte ein wissendes Lächeln auf. "Ihnen klebt noch ein Buchstabe im Augenwinkel, das war nicht zu übersehen."
Die Schultern des überführten Täters sackten herab und er schluchzte: "Ich weiß nicht, was über mich gekommen ist...es war plötzlich so spannend...konnte mich einfach nicht mehr bremsen..."
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